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Für eine bessere Welt

Das Einzige, was ich an Religion wirklich beeindruckend finde, ist ihre höchst erfolgreiche Gehirnwäsche, die seit Jahrtausenden bei dem Großteil der Menschheit funktioniert.

 

Was ist eigentlich die Idee einer Religion?

Es ist der Glaube an etwas, das man nicht erfassen kann, weil es größer ist als man selbst und alles, was es auf der Welt gibt oder jemals gab. Dieses etwas ist gleichzeitig der Schöpfer, hat Einfluss auf die Menschen (weswegen es sich auch lohnt, sich gut mit ihm zu stehen!) und wird gerne personifiziert.

Viele Menschen sind z. B. davon überzeugt, dass etwas so Großartiges wie das Universum, die Natur oder der Mensch nicht zufällig entstanden sein können, weil dies zu unwahrscheinlich erscheint. Es ist tatsächlich auch extrem unwahrscheinlich! So wie wenn ein Lottospieler sich darüber wundert, dass er den Jackpot gewonnen hat. Aber unwahrscheinlich bedeutet nicht unmöglich! Wenn die Idee des Zufalls gepaart mit natürlicher Selektion zu unwahrscheinlich scheint, versucht man alternative Erklärungen zu finden. Und was wäre da naheliegender als ein aus dem Nichts kommendes Wesen, das Superkräfte besitzt und Spaß daran hat, täglich mehrere Milliarden Anfragen von der Erde zu beantworten und die Menschen ab und zu vor Prüfungen zu stellen? Stimmt, so ziemlich alles! Aber das hören Gläubige gar nicht gern.

Genauso wenig mögen sie es, wenn man ihnen sagt, dass die Axiome, die ihr Leben bestimmen, vielleicht ja gar nicht von Gott, sondern von irgendwelchen Leuten aufgeschrieben wurden. Aber ich möchte mich nicht über diese Menschen lustig machen. Es ist nicht leicht, wenn man sein Leben lang an etwas geglaubt hat, irgendwann zu erfahren, dass es das vielleicht gar nicht gibt. Oder sogar höchstwahrscheinlich. In dem Moment tritt bei den Gläubigen Dissonanz auf: auf einer kognitiv-rationalen Ebene sehen sie ein, dass ihr Glaube eigentlich nicht besonders viel Sinn macht. Aber wer will schon mit 46 Jahren feststellen, dass es den Weihnachtsmann gar nicht gibt? Das muss bitter sein! Daher werden alle logischen Argumente, die dagegen sprechen, einfach verdrängt, weil es zu schlimm wäre, den Glauben aufgeben zu müssen. Schließlich hat der Glaube doch auch so viel bewirkt!

Welcher Gläubige erinnert sich nicht daran,

...schon oft für Dinge gebetet zu haben, die dann auch genau so eingetreten sind? Wenn das kein Beweis ist, weiß ich auch nicht weiter! Aber woher will man wissen, dass die Dinge nicht auch eingetreten wären, wenn man nicht gebetet hätte? Kann man nicht wissen! Und sind, wenn man sich mal genau erinnert, auch nicht viele Dinge trotzdem passiert, obwohl man im Gebet etwas anderes gewünscht hatte? Es verhält sich genau wie mit Vorurteilen: jedes Mal, wenn wir ein Vorurteil bestätigt sehen (z. B. ein arbeitsloser Ausländer), merken wir uns diese Situation sehr genau und verfestigen damit unser Vorurteil. Die etlichen Gegenbeispiele, die in der Summe eindeutig gegen das Vorurteil sprechen (die etlichen Ausländer, die Arbeit haben) nehmen wir nicht wirklich wahr, weil unsere Aufmerksamkeit selektiv ist und das Gedächtnis gegenteilige Meinungen nur ganz schlecht speichern kann.

Sie glauben mir nicht?

Dann machen sie doch mal folgendes Experiment: führen Sie den nächsten Monat eine Liste mit Geschehnissen auf die sie keine (wirklich keine!) Einflussmöglichkeiten haben, die ihnen aber am Herzen liegen, z. B. den Ausgang eines Fußballspiels. Zu jedem Ereignis brauchen sie drei Spalten: in der ersten tragen Sie ein, was Sie sich dafür im Gebet wünschen (dafür vs. dagegen). In der zweiten Spalte tragen Sie das Ergebnis eines Münzwurfes ein (guter oder schlechter Ausgang) und in der letzten Spalte dann im Nachhinein das tatsächliche Ergebnis. Sie sollten möglichst viele Ereignisse aufschreiben, damit die Wahrscheinlichkeit von 50% eine Chance bekommt, sich normal zu verteilen. Wenn am Ende des Monats Ihre „Trefferquote“ vom Beten nicht eindeutig höher ist, scheint es entweder keinen Gott zu geben oder er interessiert sich zumindest nicht für Ihre Belange. In beiden Fällen wäre beten zwecklos.

Wenn sie abergläubisch veranlagt sind und weiterhin an Ihren Gott still und heimlich glauben wollen – nur zu! Die Gedanken sind frei. Nur bitte gründen Sie nicht mit Milliarden anderen Abergläubischen einen Verein und nennen sich „katholische Kirche“ oder so. Denn wenn einzelne Menschen für sich privat an einen Gott glauben, tun sie damit niemandem weh. Aber wenn sie sich zusammenschließen, Moralvorstellungen predigen und „im Namen Gottes“ diese dann mit ihrem Leben verteidigen, beginnt es sehr schnell, problematisch zu werden. Wenn jemand was gegen Ausländer hat, befürworte ich das auch nicht, aber wir haben ja Meinungsfreiheit. Aber wenn diese ausländerfeindlichen Menschen sich zusammen tun und ihrem Glauben nachgehen, wird dies mit gutem Recht strafrechtliche Konsequenzen haben. Mit welchem Recht dürfen Gläubige machen, was sie wollen? Sie führen Kriege, verbrennen „Hexen“, bringen Opfer und erheben sich moralisch über den Lebensstil anderer Menschen.

Und wofür? Für ihren Aberglauben!

Wenn es keine Religionen mehr gäbe, könnten die Menschen viel friedlicher zusammenleben. Keine religiös motivierte Gewalt mehr, weder psychisch noch als Krieg. Keine Selbstkasteiung dafür, dass man nicht den Vorstellungen „Gottes“ entspricht. Keine zig tausend Jahre alten Moralvorschriften.

Glauben Sie ohne Religion würde morgen ein Bürgerkrieg ausbrechen? Die Polizei käme den Morden und Gewaltverbrechen nicht mehr hinterher? Ich kann hier nur für mich sprechen: aber ich würde nicht mit jemanden befreundet sein wollen, der mich nur deswegen nicht umbringt, weil er dann in die Hölle kommen könnte!

7.7.14 21:12

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